Dieser Leitfaden fasst die geprüften Zahlen zu Vereinen, Turnieren und der deutschen Liga zusammen und ordnet ein, was sie für Merchandise und Lizenzierung bedeuten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deloittes Women’s Football Money League 2026 zeigt für die 15 umsatzstärksten Vereine 158 Millionen Euro, ein Plus von 35 Prozent. Kommerzielle Einnahmen machen davon 72 Prozent aus.
  • Der Anteil der Fernseheinnahmen am Vereinsumsatz fiel auf 13 Prozent. Wachstum hängt damit an Sponsoring, Partnerschaften und Merchandising.
  • Die UEFA meldete Rekordzahlen für die Frauen-EM 2025: 657.291 verkaufte Tickets und 412 Millionen Live-TV-Zuschauer.
  • Die Frauen-Bundesliga verzeichnete laut DFB in der Saison 2025/26 insgesamt 653.750 Zuschauer, im Schnitt 3.592 pro Spiel.
  • Eine geprüfte Umsatzzahl für Merchandise oder Lizenzierung im Frauenfußball haben wir bei keiner Quelle gefunden. Entsprechende Angaben sollten daher als Schätzungen gelten.

In diesem Artikel

Wie groß ist der Markt für Frauenfußball?

Deloittes Women’s Football Money League, veröffentlicht im Januar 2026 für die Saison 2024/25, beziffert die Einnahmen der 15 bestplatzierten Vereine auf 158 Millionen Euro, ein Plus von 35 Prozent. Arsenal Women führt mit 25,6 Millionen Euro vor Chelsea mit 25,4 Millionen und Barcelona mit 22 Millionen (Deloitte-Pressemitteilung). Die Frauenmannschaft des FC Bayern belegt mit 7,2 Millionen Euro Platz acht.

Drei Details sind für den Vertrieb von Produkten entscheidend:

  • Kommerzielle Einnahmen treiben das Wachstum. Ihr Anteil am Vereinsumsatz stieg von 66 auf 72 Prozent. Deloitte bezeichnet sie als Wachstumsmotor des Frauenfußballs.
  • Der Anteil der TV-Einnahmen schrumpft. Er fiel von 18 auf 13 Prozent.
  • Die Schere geht auseinander. Die drei führenden Vereine kamen im Schnitt auf 24,3 Millionen Euro, die übrigen zwölf auf 7 Millionen, nach unserer Berechnung aus den Zahlen von Deloitte.

Das Volumen bleibt insgesamt klein. Deloittes Männer-Ranking für dieselbe Saison weist für die 20 umsatzstärksten Vereine 12,4 Milliarden Euro aus. Die Top 15 der Frauen kommen damit nach unserer Berechnung auf etwa 1,3 Prozent davon. Die beiden Listen sind nicht direkt vergleichbar, der Wert liefert nur eine Größenordnung.

Was sagt die Prognose?

Deloitte prognostizierte im April 2026, dass der Frauen-Spitzensport 2026 mindestens 3 Milliarden Dollar erwirtschaften würde, ein Plus von 25 Prozent, wobei Fußball rund 35 Prozent davon ausmacht. Kommerzielle Einnahmen definiert Deloitte als Sponsoring, Partnerschaften und Merchandising und beziffert ihren Anteil auf 45 Prozent des Gesamtvolumens. Europa kommt dabei nur auf 14 Prozent, Nordamerika auf 54 Prozent (Deloitte). Es ist die einzige Quelle, die wir gefunden haben, die Merchandising innerhalb der kommerziellen Kategorie überhaupt benennt. Eine eigene Zahl nur für Merchandise liefert sie nicht.

Was zeigten die Turniere?

Die UEFA meldete für die Frauen-EM 2025 in der Schweiz 657.291 verkaufte Tickets, ein Rekord, und 29 von 31 ausverkaufte Spiele. 412 Millionen Menschen sollen das Turnier live im Fernsehen verfolgt haben, die Sponsoring-Einnahmen stiegen gegenüber 2022 um 150 Prozent (UEFA-Turnierbericht). Es handelt sich um Zahlen des Veranstalters selbst, und „verkaufte Tickets” ist nicht gleichbedeutend mit tatsächlicher Zuschauerzahl.

In der Women’s Champions League hat die UEFA die Medien- und Sponsoringrechte zentralisiert und plant für 2025/26 und 2026/27 eine Ausschüttung von jeweils 37,7 Millionen Euro pro Saison (UEFA).

Was passiert in Deutschland?

Der DFB meldet für die Saison 2025/26 eine Rekordsaison der Frauen-Bundesliga: 653.750 Zuschauer bei 182 Spielen, im Schnitt 3.592 pro Partie, nach 2.875 in der Saison 2023/24 (DFB). Die Liga wuchs von 12 auf 14 Vereine, der Durchschnittswert ist deshalb aussagekräftiger als die Gesamtsumme. Alle 14 Vereine liegen im Schnitt über 1.000 Zuschauern, die Spanne ist allerdings groß: Union Berlin kommt auf 8.208, Hoffenheim auf 1.065 (DFB).

Das Fernsehen zog nach. Ein Ligaspiel erreichte im ZDF 2,39 Millionen Zuschauer, ein Ligarekord (DFB), das DFB-Pokalfinale der Frauen 2026 kam im Free-TV auf 2,12 Millionen (DFB).

Was bedeutet das für Frauenfußball-Merchandise?

Den besten Beleg für die Fan-Nachfrage liefern Einzelhandelsdaten, nicht Lizenzeinnahmen. Der Betreiber des offiziellen Online-Shops für Englands Nationalmannschaft meldete, dass der Verkauf von Lionesses-Merchandise in den 24 Stunden nach dem Finale der Frauen-EM 2025 im Vergleich zum Turnier 2022 um 242 Prozent stieg (City AM). Es handelt sich um eine Zahl des Händlers mit einer spezifischen Vergleichsbasis, die nicht mit anderen Prozentangaben vermischt werden sollte.

Für die Lizenzierung ergeben sich aus den Daten drei Konsequenzen:

  • Die Nachfrage konzentriert sich. Einige wenige Vereine und Turniere tragen den Großteil der Einnahmen. Programme für Topvereine und die Nationalmannschaft bringen daher das meiste Volumen.
  • Sammlerstücke passen zum Spieltagspublikum. Pins, Medaillen und Schlüsselanhänger sind kompakte Produkte für Veranstaltungen. Am Ball ist offizieller Lizenznehmer für die UEFA Women’s Champions League und den DFB-Pokal der Frauen. Unser Leitfaden zum Ablauf der Lizenzierung im Sport-Merchandise erklärt die einzelnen Freigabeschritte.
  • Planung zählt mehr als Prognosen. Termine wie die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Brasilien, angesetzt für Juni und Juli 2027, stehen bereits fest. Produktentwicklung und Freigaben lassen sich entsprechend frühzeitig planen, wie auch unser Leitfaden zu Merchandising rund um Jubiläumssaisons zeigt.

Welche Risiken und Vorbehalte gibt es?

  • Das Wachstum ist real, startet aber von einer kleinen Basis aus, wenige Vereine vereinnahmen den Großteil davon.
  • Der Anteil der TV-Einnahmen der Vereine sinkt, das Wachstum trägt sich über kommerzielle Einnahmen.
  • Die meisten Zahlen stammen von den Veranstaltern selbst oder von Deloitte, das auch Beratungsdienstleistungen verkauft.
  • Eine geprüfte Zahl zu Merchandise oder Lizenzierung im Frauenfußball haben wir nicht gefunden. Das belegt jedoch nicht, dass es keine solche Zahl gibt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel verdienen Vereine im Frauenfußball?

Die 15 bestplatzierten Vereine erzielten in der Saison 2024/25 laut Deloitte 158 Millionen Euro, angeführt von Arsenal Women mit 25,6 Millionen Euro.

Spielt Merchandising eine große Rolle bei den Einnahmen im Frauenfußball?

Kommerzielle Einnahmen, zu denen Sponsoring, Partnerschaften und Merchandising zählen, machten 72 Prozent des Umsatzes der Topvereine aus. Eine Zahl nur für Merchandise haben wir nicht gefunden.

Wie beliebt ist die Frauen-Bundesliga?

In der Saison 2025/26 kamen laut DFB im Schnitt 3.592 Zuschauer pro Spiel, ein Rekordwert.

Hat die Frauen-EM 2025 den Merchandise-Verkauf angekurbelt?

Der Betreiber des offiziellen Online-Shops für Englands Nationalmannschaft meldete für die 24 Stunden nach dem Finale einen Anstieg der Lionesses-Merchandise-Verkäufe um 242 Prozent im Vergleich zu 2022.

Wann findet die nächste Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen statt?

Sie ist laut Inside World Football vom 24. Juni bis 25. Juli 2027 in Brasilien angesetzt.

Fazit

Der Frauenfußball wächst bei den kommerziellen Einnahmen, allerdings uneinheitlich und von einer kleinen Basis aus. Planen Sie Merchandise rund um die Vereine und Events mit nachgewiesener Nachfrage, behandeln Sie jede Merchandise-Zahl ohne Quellenangabe als Schätzung.

Kontaktieren Sie uns, um lizenziertes Merchandise für den Frauenfußball zu besprechen.